Nur eine soziale und klimagerechte Landwirtschaft hat Zukunft!

DIE LINKE. NRW

Zu den Protesten der Landwirt:innen gegen die geplanten Kürzungen bei Agrarsubventionen erklärt Kathrin Vogler, Landessprecherin von Die Linke NRW:

 

„Die Probleme in der Landwirtschaft sind real und die Proteste der Bäuerinnen und Bauern gerechtfertigt. Dass die Ampel ihre selbstgemachte Haushaltskrise durch Kahlschlag und Kürzungspolitik auch auf dem Rücken der Land- und Forstwirtschaft bewältigen will, ist falsch und kontraproduktiv, weil sie so in der Rezession weitere Preiserhöhungen und Arbeitsplatzvernichtungen riskiert.

Allerdings sind die überwiegend flächen- und verbrauchsbezogenen Agrarsubventionen seit Jahrzehnten mit verantwortlich für eine auf höchstmöglichen Ertrag und niedrigste Preise ausgerichtete Landwirtschaft, die so auf Dauer keine Zukunft hat, weil sie ihre eigenen Grundlagen zerstört:

Kunstdünger, Pestizide, Antibiotika und Gülle, auf vielfältige Art und Weise schädigt konventionelle Landwirtschaft die Böden und die Umwelt, trägt zum Arten-, insbesondere zum Insektensterben bei. Tierquälerische Massentierhaltung schädigt das Klima, belastet das Grundwasser und macht Reserveantibiotika unwirksam. Gleichzeitig sind die Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft oft schlecht, lange Arbeitszeiten, kein geregelter Urlaub, landwirtschaftliche Einkommen liegen deutlich unter dem Durchschnitt.

Verantwortlich dafür ist eine Agrarpolitik, die die Konzentration fördert, kleine Höfe und ökologische Landwirtschaft benachteiligt und die wichtige land- und forstwirtschaftliche Aufgabe der Landschaftspflege nicht angemessen unterstützt. Ein reines 'Weiter So' wird die Probleme nicht lösen.

Wir brauchen eine Agrarpolitik, die die Interessen der Landwirt:innen ebenso ernst nimmt wie den Bedarf an ökologischer Transformation und die Bedürfnisse der Beschäftigten und der Verbraucher:innen. Staatliche Subventionen müssen sich an den Zielen eines sozial-ökologischen Aufbruchs orientieren, nicht an der Fläche eines Betriebes oder am Verbrauch klimaschädlicher Treibstoffe."