Die Bürgerbewegung atomfreies Geldern hat an den Rat der Stadt Geldern einen Antrag zum Atomausstieg gestellt, mit folgendem Wortlaut:
- Antrag zum Atomausstieg für Geldern -
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
hiermit stellen wir den Antrag an den Rat der Stadt Geldern:
Der Rat der Stadt Geldern beschließt den Atomausstieg für die Stadt Geldern
Alle städtischen Gebäude und Verbrauchsstellen in öffentlicher Hand werden umgehend nicht mehr mit Atomstrom versorgt.
Die Stadtwerke Geldern werden beauftragt alle dafür erforderliche Schritte für eine sofortige Umstellung der Energieversorgung auf zertifizierten Ökostrom, nach Öko-Strom-Gütesiegel „Grüner Strom Label“ oder „OK Power“ zu unternehmen.
Die Stadtwerke stellen kurzfristig den städtischen Strombedarf auf Öko-Strom um, welcher vor Ort erzeugt werden muss.
Die Stadtwerke Geldern werden aufgefordert, den kompletten Strombezug für die Versorgung ihrer Kundinnen und Kunden zum nächst möglichen Zeitpunkt vollständig ohne Strom aus Atomkraftwerken zu organisieren.
(bitte alle 4 Punkte einzeln abstimmen)
Begründung:
Die Katastrophe in Japan hat uns vor Augen geführt, dass die Nutzung von Atomenergie eine Bedrohung der Menschheit darstellt. Schon die Katastrophe in Tschernobyl hatte den Schritt aus der Nutzung von Atomenergie als einzige Alternative angemahnt. Umso mehr ist die Katastrophe, die sich derzeit in Japan abspielt zu bedauern.
Einmal mehr wird klar, dass diese Technik nicht sicher ist und auch hierzulande wäre unklar, was bei einem Flugzeugabsturz auf ein Atomkraftwerk passieren würde; welche die Test-Studie des Bundesumweltministers eindeutig festgestellt hat.
Beispielsweise steht in Lingen (Niedersachsen) an der Grenze zu NRW ein Atomkraftwerk.
Tilhange (Lüttich) und Doel (Antwerpen) in Belgien sind nicht weit entfernt vom Niederrhein.
Bei einem Super-GAU wäre auch Geldern betroffen.
Ebenfalls völlig ungeklärt ist die Frage der Endlagerung des atomaren Mülls.
Mahnendes Beispiel ist hier die Asse, die bereits nach 40 Jahren ein Sanierungsfall ist.
Atommüll strahlt für Hunderttausende von Jahren und weltweit ist kein Gramm davon sicher gelagert, immer noch werden tausende Tonnen dazu kommen.
Atomkraft trägt nicht zum Klimaschutz bei, denn global gesehen sind die CO2-Einsparungen nur gering.
Der schnelle Ausbau von umweltfreundlichen und sicheren Erneuerbaren Energien und mehr Effizienz bei der Energieeinsparung ist der einzige machbare Weg.
Die Stadt Geldern ist schon aktiv tätig geworden im Bereich Energieeinsparung und Energieeffizienz, z.B. beim Gebäudemanagement. Nun ist es an der Zeit mehr für den Ausbau und den Nutzen der Erneuerbaren Energien zu tun.
Aus diesem Grund ist es nötig hier ein Zeichen zu setzen und den Willen der Bürger und Bürgerinnen nicht länger zu ignorieren.
Mit freundlichen Grüßen
für die Bürgerbewegung atomfreies Geldern
Bärbel van Doornick Andrea Mischkowyak Jordi Preußer
Kopie an die Fraktionen:
CDU, SPD, FDP und Bündnis90/Grünen