CDU Kerken kritisiert Aussage von Mike Osterberg – eine Richtigstellung
Die CDU Kerken wirft mir vor, während einer Podiumsdiskussion zur Bürgermeister:innenwahl geäußert zu haben, dass landwirtschaftliche Flächen nicht schützenswert seien und dass jede Form von Tierhaltung beendet werden müsse.
Während letztere Aussage stimmt, beweist die CDU Kerken mit ihrer ersten Aussage, dass nicht nur hochrangige Unionspolitiker:innen – denken wir nur an Karl-Theodor zu Guttenberg oder neuerdings Saskia Ludwig – ein wenig
Nachhilfe beim Zitieren brauchen.
Richtig ist, dass ich wenig Sympathien für landwirtschaftlich genutzte Flächen bekundete, die der Tierhaltung – oder korrekt: der Ausbeutung von nichtmenschlichen Tieren – dienen. Wie Müller u. a. in einem von der Tierrechtsorganisation PETA 2025 herausgegebenen Whitepaper ausführen, dienen ca. 60 % der landwirtschaftlichen Flächen der Tierausbeutung. Würden diese Flächen indes genutzt, um Menschen direkt zu ernähren, wird davon ausgegangen, dass der Flächenverbrauch drastisch sinkt. Denn bei der Ernährung von Menschen durch tierliche „Produkte“ kommt es zu massiven Energieverlusten. Beispielsweise müssen einem Rind 25 Kalorien zugeführt werden, damit der Mensch später eine einzige Kalorie in Form von Fleisch konsumieren kann. Diese Verschwendung habe ich aus Sicht des Flächenverbrauchs kritisiert und angeregt, dass die Flächen auch anders genutzt werden könnten, beispielsweise durch die Installation von Photovoltaikanlagen. Es braucht kein CDU-mäßiges „Weiter so“, sondern eine massive Transformation der Landwirtschaft hin zu einer Produktions- und Anbauweise, die darauf ausgerichtet ist, die planetaren Grenzen nicht zu überschreiten.
Mein Fokus lag indes auf der mit der sog. „Nutztierhaltung“ verbundenen Ausbeutung. Die politische Linke stand und steht stets aufseiten der Ausgebeuteten und Unterdrückten. Sei es in den Fabriken, im Haushalt oder im Gazastreifen. Für mich bedeutet das im hiesigen Kontext, nicht nur auf der Seite von ausgebeuteten Saisonarbeiter:innen zu stehen, sondern ebenfalls auf der der Tiere. Denn auch Tiere wollen spielen und Freund:innenschaften pflegen. Sie wollen leben. Eine Landwirtschaft, die Tieren diese Rechte abspricht, gehört bekämpft – nicht hofiert.
